Freitag, 8. Februar 2008

Pelle Carlberg - In A Nutshell

Pelle Carlberg – In A Nutshell



Irgendwie passt es ja. Sollte man Pelle Carlberg´s Musik beschreiben, könnte man mit etwas Fantasie auch seinen Geburtsort nennen. Dieser trägt nämlich den lustigen Namen Uppsala. Irgendwie schön, belustigend, aber auch in einer gewissen Weise auch tragisch. Genau wie sein nun zweites Album, das er fast auschließlich zusammen mit dem Multi-Instrumentalisten Henrik Nilsson aufgenommen hat. Die Musik schwankt dabei zwischen den tragisch schönen Belle and Sebastian, dem genialen Sufjan Stevens oder dem Altmeister Bob Dylan. Denn wieder schafft er es, mit einfachen Worten und lustigen Geschichten die Menschen mit derart hinreißenden Pop-Liedern voller positiver Melancholie zu verzaubern.

Sei es in Pamplona, bei dessen bezaubernder Melodie man sich rotweintrinkend auf einem Hausdach liegend, den Blick in die Sterne, wiederfindet, oder gleich danach I Love You, You Imbecile, das einen mit seinem zackigem Rhythmus launig umhertanzen lässt. In diesem liefert sich Pelle´s Stimme mit der Sängerin Ida Maria ein herrlich stimmiges Duett. Stimmig verschmelzen auch immer wieder Gitarre (Pelle) Klavier (Henrik) zu einer perfekt funktionierenden Symbiose. Wo bei viele Bands oft das eine unter der Überpräsenz des anderen zu leiden hat und es dabei eher zum Parasitismus verkommt, profitiert hier der eine vom anderen und umgekehrt. Ein gutes Beispiel etwa der Song mit dem Titel Clever Girls Like Clever Boys Much More Than Clever Boys Like Clever Girls. Handclaps leiten das Lied ein, und es dauert keine halbe Minute bis aus dem eher ruhigen Lied ein schnelles, extrem swingendes Stück für den kuschligen Dancefloor wird.

Doch auch der herrlich schrullige Humor von Pelle Carlberg ist allgegenwärtig, ob in Titeln wie Why Do Today What You Can Put Off Until Tomorrow, der Abbrechung I Touched You At The Sound Check über den ehemligen The Smiths- Drummer Mike Joyce („I Shook your hand there in the backstage room. You told me you were not the kind of dude, who´s telling people „I was in The Smiths” all the time. Later I heard you for a third time, Repeating the same phrase.”) oder ironischen Texten im Hinblick auf die eigene markttechnische Erfolglosigkeit in der Musikbranche. So singt er etwa im Hidden-Track „Hit-Song, they say I need a Hit-Song. I´ll never write a Hit-Song.” Offiziell beendet wird das Album mit dem beeindruckenden Titeltrack. Rein instrumental schwebt nur das Klavier über das weite Feld, vereinzelt weht eine Brise der Gitarre herein. So schön schmeckt Melancholie selten.

Wenn alle Menschen tanzen und ausgelassen über beide noch leicht vom Rotwein geröteten Wangen grinsen, dann ist es oft Pelle Carlberg.



Wertung: 8/10



Anspieltipps:


Pamplona

I Love You, You Imbecile

I Touched You At The Soundcheck

Clever Boys Like Clever Girls...



Hörproben:


Offizielle Myspace-Seite von Pelle Carlberg


1 Kommentar:

Rocksofa hat gesagt…
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